Smartphone-Apps für Seeleute

Ratgeber für Smartphone-Apps, speziell für Seeleute

Wir kennen das Problem mit der langsamen und / oder teuren Internetverbindung an Bord oder im Ausland generell. Deshalb empfiehlt es sich, eine kleine Checkliste zu haben, was man an Bord gut benötigen kann und man deshalb schon vorher besorgen sollte. Dabei handelt es sich um Apps, die

  1. Seefahrt-spezifisch sind oder auch
  2. dem Seemann gut dienen können, um von Bord aus Angelegenheiten zuhause verwalten zu können.

 

App-Tipps für die Seefahrt

MarineTraffic
Platz 1 ist natürlich die App “MarineTraffic”, auf der man die AIS-Signale aller Schiffe in Reichweite von Empfangsmasten weltweit als Schiffe auf einer Map dargestellt bekommt. Besonders nützlich ist die App also zum Tracken von Schiffen, also für Lotsen, Agenten, Zulieferer, Seeleute oder “Mitplotter” generell. Dabei zeigt die App nicht nur die Eckdaten und oftmals noch eine Foto-Gallerie des gewählten Schiffes, sondern auch die letzten Häfen, den Status, das ETA, aktuelle Geschwindigkeit und Kurs. Zusätzlich kann man sich kostenlos registrieren und Schiffe auf seine Beobachtungsliste setzen, damit man von MarineTraffic eine E-Mail erhält, sobald sich der Status des Schiffes ändert, z.B. “Vessel XY arrived in XY”.
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Ship Finder
Eine Alternative zu MarineTraffic ist “Ship Finder”. Diese App kann in etwa das gleiche wie MarineTraffic, hat aber einen Nachteil und einen Vorteil. Nachteil: In vielen Regionen funktioniert die Übertragung einfach nicht. Vorteil: Während MarineTraffic nur etwa alle 4-8 Minuten die Position aktualisiert, tut Ship Finder dies quasi in Echtzeit. Zumindest jedoch bewegen sich die Fahrzeuge auf der Map, was lebendig wirkt und aussagekräftig einen besseren Verkehrsüberblick erzeugt bei geringer Zoomstufe.
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Ship Info
Wer detailliertere Daten zu einem Schiff haben möchte und dazu noch eine größere Auswahl an Fotos, ist mit Ship Info sehr gut beraten. Die Informationstiefe ist relativ erstaunlich, da mehr oder weniger aktuelle komplette Hafenlisten, Crew-Stärke, Crewing-Firma, Schiffseigner, sowie direkte Schiffs-spezifische Daten kategorisiert bereit stehen. Aktuelles ETA für den nächsten Hafen und den Schedule für die nächsten finden sich. Genaue Angaben zu den Maschinen, bestimmte Besonderheiten, Funkausrüstung, Kontaktdaten und einiges mehr machen diese App zu einem ‘Must-have’, wenn man sich über ein spezielles Schiff auf die Schnelle informieren möchte.
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NAVIONICS
Navionics gibt es in vielfacher Ausführung für die jeweiligen Erdregionen und stellt ein sehr gutes Elektronisches Seekartensystem für den privaten Gebrauch dar. Mit der GPS-Funktion des Smartphones kann man seine Route überwachen und hat die wesentlichen Grunddaten wie Kurs über Grund und Fahrt über Grund. Die einzelnen Regionen kosten wenige Euro, decken aber meist ganze Kontinente ab. Einmal bezahlt, erhält man regelmäßig Updates. Die Genauigkeit der Seekarten steht der echter ECDIS-Seekarten in nichts nach. Wichtig ist, dass man das Kartenmaterial für den Offline-Gebrauch bereits zuhause runterladen sollte(!). Eine Alternative zu Navionics ist iSailor vom Hersteller Transas, nochmals besser, eher geeignet für Tablets, dafür aber auch sehr teuer für den privaten Gebrauch.
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Pocket GRIB
Diese App funktioniert ähnlich wie professionelle Wetter-Routing-Programme als light-Version. Ähnlich lädt man sich von einem festgelegten Gebiet eigens definierte Daten, sog. Gridded Binaries herunter, die dem selben Datensatz der WMO entsprechen, wie dem der professionellen Programme. Dabei wählt man die Layers (Wind, Druck, Temperatur, Wellenhöhe, Niederschlag, Strömung…), das Intervall (3-24 Stunden) und die Vorhersagedauer in Tagen. So kann man sich im Groben eine gute Übersicht zur Wetter auf einer gewünschten Route verschaffen. Und das mit den selben Daten, die professionelle Berater bei ihrer Arbeit verwenden!
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Redshift
Ein absolut tolles Astronomie-Programm ist Redshift. Für ein paar Euro hat man einen imposanten Himmel auf seinem Display. Interessant dürfte das für Nautiker und Hobby-Astronomen gleichermaßen sein. Es zeigt für jeden Ort der Welt oder die aktuelle GPS-Position die aktuellen Himmelkörper, kann Sternzeichen oder Navigationssterne und Planeten hervorheben und lässt sich über die Smartphone-Sensoren auch als Augmented Reality (AR) darstellen. Für die astronomische Navigation bzw. Kompasskontrollen könnte man entsprendes Azimuth und Deklination verwenden, das für jedem selektierten Himmelskörper standardmäßig dezent am Bildschirmrand angezeigt wird. Zusätzlich bietet die App jede Menge weitere tiefgründigere Informationen und Funktionen.
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App-Tipps für Seeleute, die von Bord aus Angelegenheiten Zuhause verwalten möchten

 

EPOST
Die Deutsche Post AG bietet einen guten Service an, der einem das Leben in der Ferne sehr erleichtern kann. Es nennt sich EPOST und dies gibt es als App und in der Desktop-Version, was beides sehr zu empfehlen ist, wenn man selbst die Kontrolle über einen Briefkasten zuhause haben möchte und auch von Bord aus echte Briefsendungen oder Einschreiben verschicken möchte. Das Prinzip ist, dass man als zahlender EPOST-Kunde (um die 10€/Monat) alle seine Briefe eingescannt bekommt und diese mit der App als relativ kleine PDF ansehen, verwalten und ordnen kann. Die echten Hard-Copy-Briefe müssen dazu natürlich geöffnet werden, werden dann wieder versiegelt und nur einmal pro Woche als Papp-Paket zuhause eingeworfen. Laut Vertrag mit EPOST geschieht all das unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen vollautomatisch und wohl unter bestem Datenschutz. Wenn man selber einen Brief versenden möchte, der zum Beispiel bei einem Amt ankommen soll, tut man dies über jedes x-beliebige Programm, wie Microsoft Word, Excel, etc. und klickt einfach auf “Drucken…” und wählt dann “E-Post”. Im folgenden Fenster gibt man die Adresse, Absender, Briefpapierfarbe, Art der Sendung (Brief, Einschreiben, Postkarte, …) und weitere Details an und kann zum Post-üblichen Preis die Sendung aufgeben. Und sie kommt immer an! Die Bedienung ist kinderleicht, schnell und ein großer Vorteil gegenüber selbst-eingeworfenen Briefen (Postkasten) ist, dass man auch immer einen rechts-wirksamen Beleg hat, was man wann abgeschickt hat, falls mal ein Empfänger behauptet, er hätte nichts erhalten. Viele Ämter und Behörden nutzen inzwischen selbst E-Post. Zu beachten ist, dass ausschließlich die Post eingescannt wird, deren Empfänger man auch tatsächlich ist: Somit müssen die Anschriften exakt stimmen (ein Herr Schmidt ist ein Schmidt und kein Schmitt). Zusätzlich muss man das sogenannte Post-Identverahren durchlaufen um sich 100%ig einmalig zu identifizieren vor Vertragsabschluss.
Weitere Infos direkt bei epost.de

 

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