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Verpflegungsmehraufwand nach neuem Steuerrecht

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Andrej
(@andrej)
Admin

Moin,

die Verpflegungspauschale gehört zu den Personalausgaben, würde, fiele sie weg, also zur Heuer angerechnet werden können, z.B. als Zulage.

Da sie aber wieder eingestrichen wird vom Reeder - für die Verpflegung - und man zuhause ggf. wesentlich günstiger selber kochen könne, ist es für mich weiterhin ein "Verpflegungsmehraufwand durch Auslandswechseltätigkeit" sinngemäß. Aber recht haben und Recht bekommen ist ja was anderes.

Ich empfehle jedem, weiterhin die Hafenliste zu führen und alles wie gehabt zu machen. Soll doch erstmal der Prüfer einen Aufklären, wenn es wirklich falsch ist. Ist ja noch lange kein Betrug sowas - und wenn man sich sicher ist, dass alles richtig ist, sowieso nicht 🙂

AntwortZitat
Veröffentlicht : 20. Dezember 2014 17:42
Marktschreier
(@keine Angabe)

Hat jmd aktuelle Erfahrungen sammeln können?

AntwortZitat
Veröffentlicht : 8. Februar 2015 18:34
ZurSonne
(@keine-angabe-6)

Ich schließe mich Andrej an. Bin zwar kein steuerrechtlicher Fachmann, aber weiterhin Hafenliste führen und ohne Abzug für Mahlzeiten einreichen. Wegen "vorauseilendem Gehorsam" ist noch niemand vom Finanzamt belobigt worden.
Mich würde mal interessieren ob jemand den Kennbuchstaben "M" auf der Lohnsteuerbescheinigung stehen hat? Der müsste im Prinzip eingetragen werden, wenn der Reeder Essen stellt, bzw. zum Essen einlädt und dafür auch Geld verlangen würde.

Fakt ist, dass es nicht so trivial ist für Seeleute, da wir unentgeltliche Verpflegung genießen. §16 MTV-See und auch die Beköstigungsrichtlinien der See-BG stehen dafür.
Es gibt einen Sachbezugswert für unsere Verpflegung an Bord, wofür uns ja auch i.d.R. der geldwerte Vorteil für die Bordzeit wieder abgezogen wird.

Laut Schreiben der See-BG
[url] http://www.bg-verkehr.de/service/downloads/fuer-seefahrtsunternehmen/rundschreiben-merkblaetter-infos/arbeitgeberrundschreiben/AG%20Rundschreiben%20gesamt%202014_2015.pdf[/url] dürfen Reeder die Verpflegung nicht mehr mit dem Sachbezugswert versteuern.

Im Prinzip gehe ich bis jetzt davon aus, das wir unentgeltliche Verpflegung erhalten, die 229€/Monat als GWV nicht übersteigen darf.
Darüber hinaus führen wir Verpflegungs[u:4195391f75]MEHR[/u:4195391f75]aufwendungen, also alles was darüber hinaus geht.
Heißt im Klartext m.E. nach:
In einem Monat rechnet man per Hafenliste und aktuellen Verpflegungssätzen für das Ausland z.B. 1000€ Verpflegungsmehraufwendungen. Dem gegenüber stehen bspw. 229€, die der Arbeitgeber auch als steuerfreie Verpflegungszuschüsse (Zeile 20 Lohnsteuerbesch.) angibt. Bleibt für den Lohnsteuerabzug noch 771€ als Werbungskosten. So rechnet es auch prinzipiell jedes Steuerprogramm.

Vielleicht hilft dem ein oder anderen auch folgendes weiter:
[url] http://www.lohn-info.de/sachbezug_verpflegung.html[/url]
[url] http://www.haufe.de/personal/entgelt/aktualisiertes-einfuehrungsschreiben-zur-reisekostenreform-2014_78_287318.html[/url]

Falls jemand schon andere Erfahrungen mit dem neuen Reisekostenrecht gemach hat: Bin gerne vom Gegenteil zu überzeugen 🙂

AntwortZitat
Veröffentlicht : 12. Februar 2015 10:52
setra
(@keine Angabe)

bin gerade dabei (ich arbeite mit dem WISO-Steuerprogramm).
Mir erscheint es ganz simpel (es gibt da gute Hilfe-Infos):

- Verpflegungsmehraufwendungen lassen sich weiterhin absetzen. Allerdings hat sich an den Zeiträumen was geändert (8,12,24 Stunden, An- und Abreisetag ist nicht mehr wie früher)

- Bekommt man Mahlzeiten gestellt, werden diese prozentual berücksichtigt. (macht das Programm für einen).

- ein kleiner Tipp, den das Programm gibt: "Das Amt beanstandet es nicht, wenn sie erhaltene Mahlzeiten erst ab 2015 berücksichtigen"
Scheint eine Art Übergangszeit zu geben, mit Toleranz. Also: keine Mahlzeiten angeben, sollte durchgehen.
Ab nächstes Jahr muss man allerdings für erhaltene Mahlzeiten prozentuale Abzüge machen.

Grüße, Tobias

AntwortZitat
Veröffentlicht : 13. März 2015 13:11
setra
(@keine Angabe)

ahhh,
logisch: Die prozentualen Kürzungen belaufen sich bei drei gestellten Mahlzeiten am Tag auf 100%.. Also ab nächstes Jahr keine Verpflegungsmehraufwendungen mehr..

Schade..

(Was mache ich denn, wenn ich vier Mahlzeiten am Tag bekomme? Draufzahlen:-) )

AntwortZitat
Veröffentlicht : 13. März 2015 13:21
ZurSonne
(@keine-angabe-6)

Habe mich auch nochmal in das Thema vertieft und kann auch den Buchtipp von Paul unterstützen. Das Buch von Rüdiger Urbahns ist wirklich hilfreich für Seeleute auf deutschen und auf ausländischen Schiffen.

Es scheint auch wirklich eine "informelle" Übergangszeit bis zur Steuererklärung für 2015 zu geben, weil die Mahlzeitengestellung erst duch das BMF Schreiben am 24.10.14 präzisiert wurde.

Ob wir für das Jahr 2015 anfangen müssen unsere Verpflegungspauschalen auf quasi null zu kürzen, wird sich laut Urbahns noch zeigen.
§9 Absatz 4a Satz 8 EstG stellt klar, wenn "anlässlich oder während einer Tätigkeit außerhalb seiner [b:139275f809] ersten Tätigkeitsstätte [/b:139275f809] eine Mahlzeit zur Verfügung gestellt (wird)" eine Kürzung zu erfolgen hat (vgl. Urbahns 2015, S. 114).
Da wir auf See aber einer Auswärtstätigkeit nachgehen und keine erste Tätigkeitsstätte haben, sollten wir auch nach aktueller Rechtsprechung nach 2015 Verpflegungsmehraufwendungen als Werbungskosten angeben können.
Urbahns schreibt auch, dass der Gesetzgeber wahrscheinlich bewusst die Kürzung nur für die erste Tätigkeitsstätte herausgehoben hat und damit eben Seeleute, Flugpersonal etc. ausgenommen werden.

Also, falls euer FA die Mehraufwendungen kürzt: Einspruch einlegen, und klarstellen, dass die Kürzungen nur Arbeitnehmer mit erster Tätigkeitsstätte berühren.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 15. März 2015 12:11
Marktschreier
(@keine Angabe)

Laut meinem Steuerberater ist die Sache eigentlich seit Anfang 2014 vom Tisch. Allerdings wurde erst seit diesem Jahr die "Verpflegung" von meiner Heuerabrechnung entfernt.

Um die Verwirrung komplett zu machen: Laut dem Steuerfachmann beim Finanzamt Stade hat sich für Seeleute nichts geändert. Wir können weiterhin wie gehabt alles absetzen. Ich glaube, ich habe den falschen Steuerberater ...

AntwortZitat
Veröffentlicht : 16. März 2015 10:03
sea4ever
(@keine Angabe)

werde mal über meine Erfahrungen berichten, sobald der Bescheid da ist.

AntwortZitat
Veröffentlicht : 15. April 2015 11:54
setra
(@keine Angabe)

Also, mein Bescheid für 2014 ist da:

Alles wie gehabt anerkannt, ohne Probleme (Finanzamt HH-Oberalster).

Wünsch euch viel Glück:-)

AntwortZitat
Veröffentlicht : 10. Juni 2015 12:49
ZurSonne
(@keine-angabe-6)

Wollte das Thema nochmal kurz aufgreifen. Nach der Steuer ist ja bekanntlich vor der Steuer 😯

Mein Finanzamt (NRW) hat zwar gemeckert, aber nach einer verwirrenden Begründung meinerseits, hat es geklappt. Die 5-jährige Verjährungsfrist bei Steuerrückzahlungen wird also immer wichtiger ?!!?!!

Der Grund meines Posts ist ein kleines (unerfreuliches) Update von o.g. Steuerberater Urbahns zu seinem Büchlein "Zur Besteuerung von Seeleuten an Bord....2015"

http://www.stburbahns.de/app/download/5802209366/Booklet+Zur+Besteuerung+von+Seeleuten+an+Bord+von+Schiffen+im+internationalen+Verkehr+2015+Update+Verpflegungspauschale+Seeleute.pdf [url] http://www.stburbahns.de/app/download/5802209366/Booklet+Zur+Besteuerung+von+Seeleuten+an+Bord+von+Schiffen+im+internationalen+Verkehr+2015+Update+Verpflegungspauschale+Seeleute.pdf [/url]
[i:4096d80c50]leider nur zeitlich begrenzt abrufbar[/i:4096d80c50]

Singemäß: Seeleute wurden durch das neue Reisekostenrecht benachteiligt, wehren sich aber auch NOCH nicht. Auch weil es keine große Lobby gibt.
Frage: Gibt es denn irgendwelche Insider, die von rechtlichen Auseinandersetzungen berichten können? Es gibt ja auch einige, bei denen das FA den Rotstift ausgepackt hat. Vielleicht haben diese ja einen Anwalt eingeschaltet?
Gibt es Infos ob das Thema Besteuerung von Seeleuten auf der maritimen Konferenz kommenden Monat zur Sprache kommt?

AntwortZitat
Veröffentlicht : 12. September 2015 3:07
Seite 2 / 3

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