SARV-CoV-2 – Die Entwicklung bisher

SARV-CoV-2 - Die Entwicklung bisherBis zu einer Million Seeleute sitzen auf Schiffen fest, wissen nicht um ihre Ablöse – während gleichzeitig ebenso viele Ablöser, oftmals ohne Urlaubsfortzahlung zuhause sitzen. Landgänge werden unmöglich, sogar Arztbesuche sind oft nur im äußersten Notfall mit hohen bürokratischen Hürden möglich. Lieferungen von Proviant, Ersatzteilen funktionieren, wenn überhaupt, nur erschwert. Jedes Land, jeder Hafen kocht sein eigenes Süppchen aus Maßnahmepaketen. Doch das ist noch Jammern auf hohem Niveau. Denn wie es insgesamt um die globale Wirtschaft steht, ist ein historisches Experiment, das es noch nicht einmal in Weltkriegen gegeben hat. Eine Kernschmelze für viele Volkswirtschaften, wenn sie den Shutdown bzw. Lockdown weiter führen müssen. Und immer wieder stellt sich heraus, dass wir mit der Datenlage, die zur Basis solcher staatstragenden Entscheidungen geführt hat oder führt, sehr dünn ist. Die Forschung scheint in vielen Bereichen noch am Anfang zu sein, was Übertragung, Infektionsfälle, Sterblichkeit und vieles mehr betrifft. Viele Statistiken sind fragwürdig – beispielsweise, ob “Coronatote” MIT oder DURCH Covid-19 gestorben sind, da immerhin hoch betagte Menschen und Risikogruppen die mit Abstand meisten Opfer zu sein scheinen. Auch wissen wir noch nicht, wie viele Menschen sich bereits infiziert haben und somit immun sind. Ein Impfstoff wird erst frühestens nächstes Jahr erwartet, Heilmittel könnten evtl. eher gefunden werden, wie z.B. Antikörper aus bereits immunen ehemaligen CoVid-19-Patienten, die bereits gesundet sind.

Für Schiffsführungen gibt es viele Maßnahmen-Empfehlungen der WHO, die unbedingt zu befolgen sind. Dabei gilt auch zusätzlich der gesunde Menschenverstand. Infektionen vermeiden, Infektionen ANDERER vermeiden durch Atemschutzmasken oder Bedeckung von Mund und Nase. Händedesinfektion ist äußerst wichtig, da eine häufige Übertragung nicht nur von Rachen zu Rachen erfolgt, sondern auch Finger zu Auge/Nase/Mund. Die absolute Direktive an Bord und an Land muss sein, dass Schiffe nicht infiziert werden. Solange ein Land-Schiff-Personenverkehr extrem minimiert oder sogar ganz ausgeschlossen werden kann, z.B. indem man niemanden in den Aufbau lässt und das meiste digital abwickelt, ist allen sehr weit geholfen. Sobald aber auch nur ein Seemann infiziert ist, ist der weitere Verlauf aus bereits gemachten Erfahrungen vorprogrammiert. Abgesehen von den gesundheitlichen Gefahren für die Betroffenen in einem Umfeld ohne professionelle Hilfe, kann die für das Schiff selbst für unabsehbare Zeit zum Totalausfall führen. Quarantäne, kompletter Betriebsausfall, zusätzliche Bunkerkosten und sehr aufwändige Evakuierungen. Auch an die Kunden, die sehr wichtige Ladungspartien erwarten, wie beispielsweise medizinische Produkte, sollte man bei dem kommenden Elend nicht vergessen.

Deshalb liegt es in der Hand, dass Crews bestens vorbereitet sind in Sachen Prävention, Reedereien genug und rechtzeitig proviantieren und ausrüsten, Hafenbetriebe klare Regeln zum Mundschutz, Abstandhalten und der digitalen Verarbeitung durchsetzen.

Die globalisierte Welt ist ein Organismus, der stirbt, wenn Güter nicht mehr zirkulieren. Eine wichtige Schlagader ist die Seefahrt. Das Versagen eines Einzelnen kann hier besonders exorbitanten Schaden derzeit anrichten. Training, Ausrüstung und Disziplin sind gefragt – mehr als jemals zuvor!